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⇒ von Ferdinand Knaus am 09.07.2014
Wirtschaft ist kein berechenbares Naturphänomen und auch keine konstruierte Maschine, sondern ein soziales und kulturelles Phänomen. Ein Aspekt, den Wirtschaftswissenschaftler gern übersehen, meint Historikerin Jill Lepore. Mit diesem Grundverständnis, einem genaueren Blick auf die Beispiele und einer einfachen Gegenüberstellung wohlhabender Gesellschaften und „Volkswirtschaften, die hungrige Mäuler stopfen mussen“ widersprach sie der These der „disruptiven Innovation“ von Clayton M. Christensen.
Der fruchtbare Boden, auf den Christensens Buch fiel, ist kein Indiz dafür, wie innovativ unsere Gesellschaft ist. Sondern dafür, wie wachsend die Nachfrage nach Innovation ist und wie schrumpfend das Angebot. [..] In wohlhabenden Gesellschaften ist ein Anstieg der Güterproduktion nur sinnvoll, wenn neue Produkte auf den Markt kommen. Volkswirtschaften, die hungrige Mäuler stopfen müssen, brauchen keine neuen Produkte, sondern mehr und billigere.
