Eine Datenbank über die Nutzung von Social Media in Kultureinrichtungen

von Steffen Peschel am

StatistikgraphManchmal wünscht man sich einfach mal ein bisschen mehr Überblick, z.B. um aus einer Masse von Daten und Informationen schnell einen statistischen Überblick herleiten zu können. So geht es mir jetzt gerade, weshalb ich hiermit in die Runde frage, ob es eine solche Datensammlung mit Bezug auf Kultur und Web 2.0 bereits gibt? Ich versuche hier einmal zu skizieren, wie ich mir so eine solche Datensammlung vorstelle. Eventuell kann ja jemand den passenden Link einwerfen, wenn nicht werde ich genau das hier umsetzen.

Was ist mein Ziel? Was sind meine Fragen?
Ich finde die Zusammenführung von Kultur mit dem Web mit seinen neuen Konzepten der Kommunikation mehr als spannend. Was mir die Sache besonders aufregend gestaltet, ist eine in mir aufgekommene Goldgräberstimmung. Der Schatz heißt Kultur 2.0 und wie sich dieser Begriff genau ausgestaltet sei erst einmal dahin gestellt, da ich den Prozess fokusieren möchte, den Weg dahin.

Wie viele Theater, Museem, Konzert- und Festivalveranstalter nutzen denn bereits das Web 2.0? Wie viele beschränken sich dabei nicht nur auf einen Twitter- und Facebookaccount? Bei wie vielen ist bereits ein Konzept zu erkennen? Wer bindet schon Web 2.0 Kommunikation in die eigene Website ein? Wer bloggt und/oder bietet RSS Feeds an? Läßt sich eine Entwicklung beobachten? Werden es tatsächlich mehr?

Eine Entwicklung im Nachhinein beobachten zu können, ist einer der Sachen, die das Web noch nicht so richtig gelernt hat. Ich kann z.B. noch nicht ohne viel Aufwand herausfinden, ob und wie viele Redesigns oder Relaunches eine Webpräsenz schon hinter sich hat. Wie kann ich herausfinden, welchen Stellenwert Kommunikation auf einer Webpräsenz in der Vergangenheit eingenommen hat? Auch die als Internet-Archiv gedachten Angebote wie archive.org und waybackmachine.org bieten keine ausreichenden Informationen.

Selbst machen
Inspirationsquellen: Crunchbase, Using custom taxonomies to create a movie database -> Beispiel: Beispiel
So könnte eine solche Profilseite aussehen:
Entwurf einer Profilseite im Katalog für Kultureinrichtungen

Ergebnis ist eine Datenbank, deren Daten direkt gefiltert werden können nach Orten, Bundesländern, Genre, Hauptveranstaltungsgebiet, ob Twitter, Facebook und/oder andere Netzwerke benutzt werden und was einem so einfällt. Ausserdem kann man sich in einer Übersicht alle Blogs, Projekt mit eigenen Projektseiten, Tickernews, Einrichtungen und Screenshots ausgeben lassen. Mit noch etwas mehr Anstrengung kann man sich dann auch gleich noch Statistiken generieren lassen.

Jetzt meine Fragen an Euch:
Ist so eine Übersicht/Datenbank hilfreich? Brauchen wir so etwas?
Fehlen wichtige Daten, die ebenfalls erfasst werden sollten?
Meinung?

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Der Autor: Steffen Peschel

Ich beschäftige mich in erster Linie mit Fragen rund um Kunst, Kultur und Social Media. Wer mehr über mich erfahren will, findet das auf steffenpeschel.de, Facebook, Twitter oder Google+.

6 Reaktionen auf den Beitrag

  1. Über Twitter auf den Artikel gestoßen.
    Interessant wäre solch eine Datenbank auf jeden Fall.
    Es gibt ja schon einige Erhebungen zu twitternden Museen und Aktivitäten auf facebook etc. . Aber ein Gesamtüberblick fehlt bislang. Dürfte denn auch eine ziemlich zeitintensive Arbeit werden. Wir haben kürzlich einen Artikel zu Museen im Internet – Strategien und Potentiale veröffentlicht. Der enthält jede Menge Verweisquellen die Dir weiterhelfen könnten.
    Wir hatten selbst schon einmal eine ähnliche Erhebung für Museen, Galerien und Kunstvereine zu machen. Ist aber halt ein immenser Aufwand. Und momentan gibt leider keine freien Kapazitäten.

  2. Das klingt wirklich nach einer großen Herausforderung und ist sicherlich mit viel Arbeit verbunden. Aber interessant ist es. Wie stellst du dir denn die Umsetzung vor? Und was ist dein genaues Ziel, welches du erreichen möchtest?

    • Ich bin davon überzeugt, dass ein wenig mehr Übersicht nicht schaden kann. Das ist so eine “Angewohnheit”, gerade wenn ich im Technikbereich sehe, wie gut das Zusammenspiel aussehen kann. Schau dir mal http://techcrunch.com an. Da findest du unter jedem Beitrag einen Kasten mit den wichtigsten Infos des gerade besprochenen Produkts oder Firmen. Diese Daten werden aus der zu TechCrunch gehörenden CrunchBase (http://www.crunchbase.com/) erstellt. CrunchBase ist nichts anderes als eine sehr umfangreiche Datenbank mit Informationen aus der Techwelt. Diese Wigdet kann übrigens auch jeder wie er will per Copy`n´Paste überall im Netz im einbinden. Das, für den Bereich Kultur, wäre schon mal ein Mehrwert.
      Als zweites wären natürlich regelmäßige Auswertungen der Daten interessant, wenn sich ein stetiges Wachtum der Akzeptanz und Anwendung von SM in der Kultur ablesen läßt, bewegt das auch andere schneller dazu mitzumachen.
      Als drittes bietet das auch die Grundlage, um noch besser voneinander lernen zu können.

  3. Wer ist denn die Zielgruppe für den Nutzen dieser Datenbank? Daran orientiert sich ja letztendlich, was genau erhoben wird. Wenn die Datenbank vor allem für BeraterInnen interessant ist, um einen Marktüberblick zu erhalten, braucht man auch Daten zu der Struktur des Theaters, bzw. eine Info, wie dort Kultur 2.0 gelebt wird (Beauftragter, Abteilung, ausgelagert an Agentur etc.).
    Wenn die Datenbank für Kulturschaffende ist, dann wären noch Daten zu der Response der Besucher (quantitativ und qualitativ) etc. interessant.
    Die Frage ist, zu wieviel Transparenz die Kultureinrichtungen bereit sind.

    • Die Frage ist, zu wieviel Transparenz die Kultureinrichtungen bereit sind.

      Ich würde als Kultureinrichtung nur dann so viel über mich preisgeben, wenn es mir Mehrwert bringt. Was hätten sie denn davon?

  4. Die Aufgabe zu bewältigen wäre ja nur möglich, wenn du es schaffst einen Bot zu programmieren, der das Web automatisch durchsucht und die Datenbank füttert, ansonsten wäre die Menge der Daten ja niemals zu bewältigen. Ich halte die Programmierung dieses Bots nicht für unmöglich, aber schon für very anspruchsvoll.

    Sinnvoll wäre für mich, wenn ich nicht nur eine Seite habe wo ich eine Statistik über die Web 2.0 Aktivitäten der Scheune bekomme, sondern sie auch gleich abrufen kann … siehe http://www.dresdenkultur.de/, natürlich mit viel besseren Funktionen gespeist aus twitter und co. Besonders cool, wobei natürlich “ethisch” fragwürdig, wäre eine Art Ratingsystem, so dass das System in der Lage ist, angesagte Veranstaltungen herauszufiltern.

    Weitere Optionen wären, eine Übersicht aller Einrichtungen nach Musikgeschmack, Einrichtung, Eintrittspreisen oder ähnlicher Kriterien. Am Ende bin ich trotzdem bei dem Punkt, dass die wirklich guten Sachen es niemals in diese Datenbank schaffen werden und das ist auch gut so.