Vom Relaunch der Semperoper Website und was wir daraus lernen

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Die aktuellen Änderungen am Corporate Design der Semperoper Dresden hat in den letzten Tagen nicht nur viel Verwirrung und Entsetzen ausgelöst, nein sie bringen auch einige Erkenntnisse mit, womit der Weg der Kultur ins Web (2.0) gepflastert werden mag.

Zunächst eine kurzer Abriss zum Geschehen, um den Grund von Unmut und Verwirrung zu skizzieren. Mit dem Amtantritt der neuen Semperoper-Intendantin Ulrike Hessler, bekommt Dresden mittels Imagekampagne das neue Corporate Design des altehrwürdigen Opernhauses präsentiert. Auch die Webseite der Semperoper (www.semperoper.de), die merklich nicht in die Imagekampagne eingebunden ist (keine URL auf den Plakten abgedruckt), erhält einen Relauch und erhitzt jetzt eine Diskussion, die auf Facebook/Twitter und in Blogbeiträgen im Flurfunk Dresden, Designtagebuch und bei Tyclipso vollzogen wird.

Screenshot von semperoper.de am 27.08.10

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Ohne Mehrwert sollten wir Social Media ganz schnell wieder vergessen

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Social Media ist eine Chance und wo es Chancen gibt, sind auch Risiken nicht weit. Die Angst, das Kartenhaus Social Media könnte einstürzen, ist da schon eine oder auch mehrere Diskussionen wert. Christian Henner-Fehr verweist dazu heute in seinem Blog auf den Artikel “Wann platzt die Social Media Blase“. Die Nutzerzahlen und die Investments werden immer größer und unübersichtlicher, für das menschliche Vorstellungsvermögen immer schwerer einschätzbar und die damit wachsende Gefahr von Desinteresse und Überforderung wächst gleich mit. Die Parallelen zur großen Internet-Blase von vor 10 Jahren sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, die dabei angebrachten Argumente nachvollziehbar.

Trifft das aber wirklich auf den Bereich der Kultur zu?
Social Media ist kein Produkt, Social Media ist Kommunikation. Wir erreichen heute Menschen, die wir vor 10 Jahren nicht nur nicht erreicht hätten, sondern auch gar nicht erst gekannt hätten. Die Frage wieviel Kommunikation wir vertragen und ob wir tatsächlich abschalten, ist für mich aber weniger eine psychologische sondern mehr eine technische Frage. Das miteinander Reden und voneinander Lernen werden wir wahrscheinlich nicht so einfach lassen können. Die Frage ist also eher, ob wir tatsächlich in Zukunft mehr Technik dafür einsetzen werden. Warum eigentlich nicht? Nicht nur Telefone sind heute schon Allrounder -> Hardware Is Bringing Facebook Everywhere.

Eine aktuelle Studie, vorgestellt von Holger Schmidt im FAZ-Communityblog “Netzökonom”, spricht meiner Meinung nach eine andere Sprache. Die Möglichkten sind noch nicht ausgereizt, eine verstärkte Nutzung von Social Media ist geplant und mit wachsendem Erfahrungszeitraum rückt die Bewertung ins Positive.

Je länger die sozialen Medien in der Organisation eingesetzt werden, desto positiver werden sie bewertet, hat die Umfrage ergeben.

Die Kultur muss sich für die Sozialen Medien nicht neu erfinden. Wohl aber muss dieses neue Engagement Mehrwert bieten und zwar für alle Beteiligten. Ohne Strategie diesen Mehrwert tatsächlich zu generieren ist eher ein Glücksspiel. Das Ziel ist Kommunikation und nicht, dass man etwas herauswirft, was am Ende mehr Fragezeichen im Raum erzeugt als vorher vorhanden waren.

MySpace macht einen kleinen Schritt nach vorn. Doch wird es reichen?

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MySpace ist meiner Erkenntnis nach das erste große Online-Netzwerk an welchem sich die hiesigen Musiker zu schaffen machen konnten. Die Plattform war die erste über die man eine relevant große Anzahl neuer Kontakte gewinnen konnte, bis dahin, dass sich so manche Band ihre Tour komplett über MySpace-Kontakte buchen konnte. Die populär gewordenen MySpace Popstars kann oder sollte man allerdings hinterfragen. Bei den Artic Monkeys war nämlich mehr im Spiel als nur MySpace, laut Wikipedia kam die Präsentation auf MySpace sogar …

[…] erst, als der Hype längst ausgelöst war.

Seit 2008 zählt Facebook mehr Mitglieder als MySpace, was Facebook natürlich noch nicht gleich zur Musikerplattform macht. Auch in 2010 ist Facebook nicht das neue MySpace für Musiker. Es fehlt einfach an der richtigen Einbindung der Musik, wie man dem Beitrag “Facebook & Musik: It’s complicated” des Schweizer Musikmagazin 78s.ch nachlesen kann. MySpace hingegen hat sich die letzten Jahre den Ruf eines schwerfälligen Klicki-Bunti-Monsters erarbeitet, dem es an schneller Weiterentwicklung fehlt und in vielerei Hinsicht der wachsenden Konkurrenz nicht das Wasser reichen kann.
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