People who had to move to think.

Wenn mich derzeit jemand fragen würde, wofür Kunst denn gut sei, könnte und wöllte ich ja am liebsten einen ganzen Tag darüber reden. Um es aber mit einem Satz zu beschreiben, sage ich es aktuell sinngemäß so: “Kunst kann dazu beitragen, dass wir uns die richtigen Fragen stellen.” Gerade und immer dann, wenn wir neue Lösungen finden müssen, sind die richtigen Fragen viel wichtiger, als eben die Antworten. Wichtig deshalb, weil meist das Ziel ja völlig unklar ist und man eigentlich erst einmal herausfinden muss, wonach man eigentlich sucht.

Wie auch Ken Robinson in dem folgenden sehenswerten Vortrag erklärt, bin ich auch der Meinung, dass wir dringend überdenken müssen, welche Bedeutung wir den Künsten zurechnen und zugestehen.

Update:
Der Vortrag, der hier oben eingefügt ist, stammt aus 2006. 2010 stand Sir Ken Robinson mit “Bring on the learning revolution!” noch mal auf der TED-Bühne. Inhaltlich knüpft der an den Vortrag von 2006 an, daher empfiehlt es sich durchaus, das auch anzusehen.

stARTcamp Köln am 7. Oktober – Netzwerken wie ich es mag

## Update:  Der Ticketverkauf hat begonnen: hier entlang!

Da ich selbst ein stARTcamp in Dresden organisiere, ist es mir eine Freude euch auch das stARTcamp Köln ans Herz zu legen. Nicht aus Gruppenzwang, sondern aus Überzeugung, dass dies der richtige Weg ist.

Bereits am 7. Oktober findet die eintägige Veranstaltung, die mit “Social Media ist schön, macht aber viel Arbeit” untertitelt ist, statt. Mit Anke von Heyl, Ute Vogel und Wibke Ladwig kommen die Macherinnen natürlich direkt aus dem Umfeld der stARTconference, echte stART11en (sprich stART-elfen) also.

Auch das Kölner stARTcamp richtet sich an Kulturschaffende, Künstler, Kultureinrichtungen und Vertreter aus der Kulturwirtschaft sowie an jene, die professional mit und im Social Web arbeiten. Im stARTblog schreibt Wibke Ladwig: “Neue Arbeitsformen, Kollaboration, Coworking, Crowdsourcing, Crowdfunding sowie Fragen der Organisation von Social Media für die Bereiche Kunst und Kultur stehen im Mittelpunkt dieses Tages.” Zu empfehlen sind stARTcamps aber auch schon wegen der Möglichkeit sich persönlich kennen zu lernen. Auf der Facebook Eventseite kann man sehen, wer in Köln dabei sein wird und dies verspricht schon jetzt ein Tag mit extrem vielen guten Gesprächen zu werden.

Die offizielle Anmeldung wird in ca. einer Woche starten, bis dahin kann man sich schon fröhlich über das Blog, bei mixxt, auf der Fanpage bei Facebook oder bei Twitter informieren und austauschen.

Ein paar Fragen zum Kunstverständnis

Interactive Robotic Painting Machine (2011) from benjamin grosser on Vimeo.

Ist Kunst unabhängig? So unabhängig, dass es egal ist, wer der Künstler ist? Ist es egal, wie ein Bild entsteht? Ist es egal, wer der Betrachter ist? Wahrscheinlich nicht. Ich sehe in einem Bild etwas anderes als du. Höchstwahrscheinlich assoziiere ich andere Erfahrungen, Erlebnisse, Geschichten und Beziehungen als jeder andere mit egal was für einem Bild. Was weiß ich zum Beispiel schon über die Künstler? Wahrscheinlich sehe ich ganz andere Details, habe im Kunstunterricht gerade immer dann an eigenen Ideen gedacht, wenn man mir Dinge beibringen wollte, die laut Lehrplan zu vermitteln waren.

Ich sehe anders und zwar schon mit jedem Auge. Mit dem Linken erscheinen mir Farben meist etwas dunkler. Ein Bild in Öl riecht anders. Wenn ich 2cm vor ihm stehe, denke ich daher über andere Details nach. Wenn ich mich genau davor stelle, kann ich ihm eventuell so viel Aufmerksamkeit schenken, dass alles andere für einen Moment unwichtig wird. Gehe ich weiter weg wird es vielleicht sogar noch größer, der Rahmen, die Wand, der Lichteinfall, ein Luftbewegung, ein Türknarren und der leichte Parfümhauch einer Person, die vor mir hier stand, wirken mit.

Was gehört zum Bild, was nicht? Ist Kunst unabhängig? Entsteht die Kunst am Ende erst im Kopf des Betrachters, dort wo aus der Mischpalette all dieser Dinge jeder sein ganz eigenes Bild malt?

Warum sind wir jetzt alle Kreativwirtschaft?

Warum eigentlich hat Kultur- und Kreativwirtschaft in den letzten Jahren so eine starke Stellung bekommen? Überall können wir das erleben. Städte erstellen Kreativwirtschaftsberichte, Kreativwirtschaft wird deutlicher als Standort- und Wirtschaftsfaktor hervorgehoben und um das Potential zu befördern gibt es eine relativ breit aufgestellte Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung. Warum jetzt? Was ist der Unterschied zu vorher?

Gunter Dueck gibt ein paar Hinweise, die es lohnen diese noch einmal gesondert anzuführen. Film ab.

Der zentraler Satz, den ich mir abspeichern würde, lautet: “Ich dachte Sie […] können was besonderes!

Kunst, Kultur und Kreativität zielt genau darauf, auf etwas Besonderes. Alte Verkaufs- und Unternehmensmodelle, die stark auf dem Wissensvorteil aufbauen, werden mit der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr Konkurrenz bekommen und zwar von uns allen. Kollektives Wissen. Kreativität hingegen ist (derzeit) noch nicht in einem Algorithmus abbildbar und wird daher ganz automatisch zu einem wirtschaftlichen Vorteil.

Weil es passt, noch folgender Nachschlag:
Daraus ergibt sich ein doppelter Vorteil für Kunst und Kultur.

Wenn man drei Ecken weitergeht, kann man dann auch relativ einfach eine Antwort, darauf formulieren welche Rolle Kunst und Kultur in diesem Zusammenhang einnehmen wird. Meiner Meinung nach ist Kunst und Kultur ein Nährboden für Kreativität – nicht allein, aber ein wichtiger Bestandteil davon. Dies wiederum erklärt, warum man bei Inhalten in diesem Bereich gern von Premium-Content (für die Sozialen Netzwerke) spricht. Ein klarer Vorteil.

Vorteil Nummer zwei drückt sich für mich in dem Satz “Ohne Kultur ist Gesellschaft nur Hülle ohne Inhalt.” aus. Für Kunst und Kultur gibt es fast immer eine ganz natürliche Basis für Gespräche. Als Kultureinrichtung muss ich eigentlich nur anfangen mitzureden und bevor jetzt Verwirrung aufkommt, MITreden setzt voraus, dass ich zunächst einmal anfangen zuzuhören.

(via)

Ein stARTcamp in Dresden mit der Einladung zum Mitmachen

Aside

Über Twitter und Facebook hatte ich bereits mehrfach darauf hingewiesen. Am 25./26. März wird es ein stARTcamp in Dresden geben. Für die Organisation kann ich dabei auf ein Team, bestehend aus Martin Reichel vom Kulturbüro Dresden, Maik Rossmann und Sebastian Gimmel bauen. Besondere Unterstützung erhalten wir ausserdem direkt von der stARTconference durch Christian Henner-Fehr, Frank Tentler und Karin Janner. Das stARTcamp wie wir es uns vorstellen ist eine Veranstaltung oder auch Austauschplattform für alle Schnittpunkte von Kunst/Kultur und Social Web. Die inhaltlichen Schwerpunkte speisen sich dabei aus den gemeinsamen Erfahrungen der Teammitglieder und der stARTconference.

Genau wie es für stARTconference 2009 formuliert wurde, geht es um die Beantwortung der Frage „Was ist dieses Web 2.0 und was kann ich damit anfangen?“. Mit dem stARTcamp wenden wir uns in erster Linie an diejenigen, die aus Interesse am Social Web stARTen wollen, wie auch an Anwender, die sich in einen aktiven und persönlichen Erfahrungsaustausch begeben, Prozesse optimieren und nach dem ersten Schritt den gut geplant zweiten machen wollen.

Für den Austausch im Vorfeld zum stARTcamp Dresden nutzen wir neben einer Website (www.startcamp-dresden.de) auch Twitter und Facebook. Dabei soll es aber nicht bleiben. Wie es auch für die stARTconference in 2011 bereits jetzt praktiziert wird, sind wir daran interessiert das stARTcamp offen und so transparent wie möglich organisieren. Ein Weg sich an den Vorbereitungen zu beteiligen ist dabei eine Facebook Gruppe (Anmeldung bei Facebook erforderlich) zu der jede und jeder herzlich eingeladen ist. Als zweiten Schritt werde ich versuchen die Idee des Kreativstammtisches mit den notwendigen Vorbereitungstreffen zu verheiraten. Einen solchen ersten Kreativstammtisch wird es noch vor Weihnachten geben. Ein idealer Zeitpunkt, um das Team zu erweitern. Weitere Informationen folgen ab sofort auf der Website des stARTcamp Dresden.