#Lobbyisten – Die heimlichen Strippenzieher

Aktuell findet man in der ZDF Mediathek eine Dokumentation über die “Die heimlichen Strippenzieher” in Berlin.

“Ob Glücksspiel-Staatsvertrag, Gesundheitsreform oder Mehrwertsteuer – bei nahezu allem sind Lobbyisten mit am Werk. ZDFzoom zeigt: Es geht um Macht und Einfluss, um Interessen und viel Geld”

der Screenshot zeigt eine Szene aus dem Film Die heimlichen Strippenzieher

“Ich habe festgestellt, in Berlin stehen den 621 Abgeordneten ganze Battalione von Interessensvertretern gegenüber
Wie wollen die Volksvertreter da überhaupt noch erkennen, welche Interessen wirklich das Beste für das Gemeinwohl sind?

[…]

Anstatt mit offenen Karten zu spielen, läuft Lobbyarbeit nach meinen Recherchen in den meisten Fällen im Verborgenen ab. Offenheit und Transparenz? Fehlanzeige. Und deswegen läßt sich die wahre Macht der Lobbyisten nur erahnen. Demokratie sollte anders aussehen.”

In diesem Zusammenhang bekommen die Bemühungen um unseren Datenschutz und öffentlichwirksame Bezeichnungen der Facebook-Nutzung als “eine risikogeneigte Tätigkeit” doch noch einmal ein ganz anderes Licht. Den Hinweis auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, wie ihn Berhard Kelz in diesem Zusammenhang anbringt, kann ich dabei nur unterstreichen.

(Foto ist ein Screenshot aus der ZDF Mediathek)

Nachtgedanken zu GooglePlus, Social Networks und Morgen

C64Auf dem neuen Sozialen Netzwerk von Google – GooglePlus – kann man jetzt auch Spiele spielen. Ich habe mir gerade mal so ein Spiel angeschaut. Angelacht hat mich dabei ein Spiel mit Zombies.

Wenn ich das richtig gesehen und verstanden habe, kann ich gleich Leute aus meinen Kontakten mit in das Spiel einladen, ein Multiplayer auf einem Sozialen Netzwerk also. Inwieweit das besonders oder neu ist, kann ich nicht einschätzen, dazu bin ich viel zu wenig Fachmann in dem Bereich.

Als zweites ist mir aufgefallen, dass ich Lebensenergie, die meine Spielfigur bei jeder Handlung verliert, wieder aufladen kann, entweder indem ich etwas esse, mir etwas von einem Freund (wahrscheinlich einem der Mitspieler) geben lasse oder indem ich Lebensenergie einkaufe, mit echtem Geld, wahrscheinlich gleich über den Google Bezahldienst.

Falls sich jemand wundert, dass ich so viel “wahrscheinlich” schreibe; zum einen habe ich wirklich nur kurz reingeschaut und zum zweiten will ich auch auf einen anderen Aspekt hinaus. Ich möchte darauf hinaus, dass der Anwender solcher Spiele trotz Interaktivität und Mehrspieler-Funktion lediglich Konsument ist. Natürlich kann man auch in GooglePlus Spiele so gestalten, dass andere am Verlauf des Spieles mitgestalten können, aber eines können sie wahrscheinlich nicht gleichermaßen. Geld verdienen.
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Geschichten erzählen ist eine Frage der Perspektive

Fussball ;)

Zugegeben, so ein wenig den Ball hin- und herkicken, hat mir schon immer richtig Spaß gemacht. In meine Zeit als Teenager fühlte ich mich in der Abwehr sogar richtig wohl, vor allem dann, wenn “die Großen” an mir scheiterten. Auch jetzt trete ich gern mal gegen den Ball. Manchmal, mit den Kids. Eines konnte ich früher aber nicht verstehen. Wie kann man sich Fußballspiel im Fernsehen anschauen und dabei regelrecht in Rage geraten? Noch merkwürdiger erschien es mir lange Zeit, sich mit einer Fußballmannschaft so sehr identifizieren, dass man das ständig und sogar kleidungstechnisch repräsentieren muss?
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Kennen sie schon dieses Internet?

Aside

Da ich gestern hintereinander erst einen Artikel auf der Webseite der Sächsischen Zeitung und danach einen auf der Webseite der Leipziger Volkszeitung gelesen habe, ist mir eine gewisse Linkarmut aufgefallen. Da ich mir zudem im Laufe des Tages Teile vom “News Aktuell Media Coffee“-Videomitschnitt zu Gemüte geführt habe, kam mir das ein wenig merkwürdig vor. (Meedia bespricht diese Veranstaltung mit der Überschrift: “Die geballte Ratlosigkeit der Medien-Elite”)

Ich meine, wir befinden uns in einer Zeit in der wir nicht erst gestern festgestellt haben, dass das Printmedium einen echten Konkurrenten bekommen hat. Im Gegenzug zum Abwärtstrend der Totholzmedien wird eine “Onlinezeitung” die 2005 mit einem Kapital von 1 Mio US$ startete im Februar 2011 für 315 Mio US$ weitergereicht und dann habe ich noch aus der Runde der Media-Coffee-Teilnehmer die Worte im Ohr, dass das Internet doch komplizierter sie sei als Anfangs gedacht. Continue reading

In ansehbarer Zeit kaum Social-Media-Stellen im Kulturbereich?

Aside

Hagen Kohn schreibt in seinem Blog, dass in absehbarer Zeit keine spezielle Stellen für Social Media im Kulturbereich im nennenswertem Umfang geschaffen werden. Da ich da anderer Meinung und antwortet mal darauf. Ursprünglich wollte ich den Beitrag einfach nur kommentieren, aber dann ist der Kommentar so lang geworden, dass es mir sinnvoller erscheint, das in einem eigenen Blogbeitrag zu erstellen. (Ausserdem passt da ganz gut zu den Vorurteilen gegenüber Social Media.) Um das verständlich werden zu lassen, sollte natürlich vor der Blogbeitrag von Hagen gelesen werden.

Vielleicht wirst du am Ende Recht behalten, weil alle (und mit alle meine ich wirklich alle Mitarbeiter eines Kulturbetriebes) gelernt haben mit diesen neuen Werkzeugen effektiv zu arbeiten. Allerdings auch nur dann. Derzeit und wahrscheinlich auch nicht in den nächsten drei Jahren wird das aber schon mal nicht der Fall sein. So wie ich die Künstler kenne, wollen sie Kunst machen und sich voll und ganz darauf konzentrieren. Das machen sie dann auch so lange, wie sie es können (und für jede größere Einrichtung muss man fairerweise sagen, so lange wie es ihnen ermöglicht wird).

Fehlt die Finanzierung – darin sehe ich neben Innovation derzeit den stärksten Beweggrund für Veränderung in Richtung Social Media – wird es schwierig, auch für den Künstler. Er kann sich nicht mehr voll und ganz darauf konzentrieren und er muss z.B. selbst auch mehr dafür tun, dass Geld reinkommt. Die Möglichkeiten die Social Media mit sich bringen sind höchstwahrscheinlich ein gangbarer Weg. Das heißt aber nicht, dass die Künstler selbst alle anfangen sollen Marketing zu betreiben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den du unterschlägst! Social Media ist mehr als nur Marketing. Crowdfunding zur Finanzierung und Crowdsourcing für den schöpferischen Akt sind z.B. wichtige Felder, die direkt mit dem Künstler verbunden sind und eben gerade nicht in das Marketingprofil gehören. Strategie- und Konzepterstellung sowie das Zusammenführen mit den anderen Aktivitäten muss aber trotzdem einer. Und weil ich gerade dabei bin, Social Media bedeutet auch Implementierung und Einführung, heißt auch Monitoring und heißt auch “immer am Ball bleiben”, Entwicklungen beobachten und ggf. mitgehen. Vielleicht einfach zu viel.

@ #socialmedia bedeutet auch am wochenende zu arbeiten #keinvorurteil
@stephantsch
S. Tschierschwitz

 

MySpace ist jetzt Unterhaltungsplattform, ein Kommentar

Aside

Unter anderen schreibt der Stern “Myspace kapituliert vor Facebook” Habt ihr bestimmt auch gelesen. Verwunderung löst das nicht aus, die sinkenden Nutzerzahlen und die Schwierigkeiten in der Anwendung der Plattform sind nicht von der Hand zu weisen.

Der nächste Satz, bitte. “Wir sehen uns nicht länger als soziales Netzwerk, sondern als Unterhaltungsplattform“, so Myspace-Chef Mike Jones im Gespräch mit der Financal Times Deutschland. Warten. Denken. Jetzt muss ich doch mal ein paar Fragen losweden. Wird man sich als MySpace Nutzer in Zukunft nicht mehr untereinander befreunden können? Wird MySpace zu so einer Art Fernseher? Gleich noch ein Satz hinterher.

“Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass unsere User eher zu Myspace kommen, um Entertainmentinhalte zu konsumieren, weniger um mit Freunden zu kommunizieren”

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Was aber ist denn eigentlich dieses Internet, wenn nicht untereinander verlinkter Content?

Aside

Heise (und auch Netzpolitik) berichtet heute vom Urteil im eigenen Rechtsstreit mit der Musikindustrie – “Heise vs. Musikindustrie: Bundesgerichtshof verwirft Link-Verbot“. In einem seit 2005 laufenden Verfahren über mehrere Instanzen verklagt die Musikindustrie den Heise Zeitschriften Verlag, weil sie in einem Bericht über Kopierschutzsoftware einen Link auf die Webpräsenz eines Unternehmens gesetzt hatten, die in ihren Unterseiten eine Software zum Knacken des Kopierschutzes zum Download angeboten.
Der Bundesgerichtshof urteilte jetzt, dass der Link zulässig ist und hob vorherige Urteile, unter anderem das des OLG München, auf. Die genaue Begründung steht noch aus. Besonders interessant finde ich, dass für das Urteil im Endeffekt eine Frage zu klären war: Welche Funktion kommt dem Link in der konkreten Berichterstattung zu?

Die ganze Geschichte erinnert mich an eine Abmahnung vom letzten Herbst, weil auf eine MP3-Datei einen Link gesetzt wurde. Die Abmahnung wurde später zwar wieder zurückgezogen, aber der Schock saß und die Unsicherheit bleibt. Für mich steht diesbezüglich auch noch eine wichtige Frage im Raum: Was aber ist denn eigentlich dieses Internet, wenn nicht untereinander verlinkter Content? Wenn ich mich richtig erinnere, macht der Link das eigentliche Netz aus und war wesentlich für die Entwicklung für das was wir heute alle so selbstverständlich nutzen. Auch wenn es neuerdings der Google Browser Chrome oder Chromium nicht mehr anzeigt, sollte uns doch allen schon mal das http in der Adresszeile aufgefallen sein.

Wikipedia:

Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP, dt. Hypertext-Übertragungsprotokoll) ist ein Protokoll zur Übertragung von Daten über ein Netzwerk. Es wird hauptsächlich eingesetzt, um Webseiten aus dem World Wide Web (WWW) in einen Webbrowser zu laden.

Wikipedia:

Als Hypertext [ˈhaipɐtɛkst] bezeichnet man Texte, die mit Hilfe einer netzartigen Struktur von Objekten Informationen durch Hyperlinks zwischen Knoten (Wissenseinheiten) verknüpfen.

Einfacher ausgedrückt ist Hypertext ein mit Links angereicherter Text oder, allgemeiner ausgedrückt, “Content”. Auch darin erkennt man die Ursüpplichkeit des Links und auch in der Auszeichnungssprache HTML – Hypertext Markup Language – steckt er drinn, der Hyperlink. Diesen Link, wie auch immer geartet zu ahnden, kommt also einem Internetverbot gleich und ich freue mich doch sehr, dass man auf Bundesebene mal genauer darüber nachgedacht hat.