People who had to move to think.

Wenn mich derzeit jemand fragen würde, wofür Kunst denn gut sei, könnte und wöllte ich ja am liebsten einen ganzen Tag darüber reden. Um es aber mit einem Satz zu beschreiben, sage ich es aktuell sinngemäß so: “Kunst kann dazu beitragen, dass wir uns die richtigen Fragen stellen.” Gerade und immer dann, wenn wir neue Lösungen finden müssen, sind die richtigen Fragen viel wichtiger, als eben die Antworten. Wichtig deshalb, weil meist das Ziel ja völlig unklar ist und man eigentlich erst einmal herausfinden muss, wonach man eigentlich sucht.

Wie auch Ken Robinson in dem folgenden sehenswerten Vortrag erklärt, bin ich auch der Meinung, dass wir dringend überdenken müssen, welche Bedeutung wir den Künsten zurechnen und zugestehen.

Update:
Der Vortrag, der hier oben eingefügt ist, stammt aus 2006. 2010 stand Sir Ken Robinson mit “Bring on the learning revolution!” noch mal auf der TED-Bühne. Inhaltlich knüpft der an den Vortrag von 2006 an, daher empfiehlt es sich durchaus, das auch anzusehen.

Das Coolness-Diktat & “Das Netz” von Lutz Dammbeck

In der ARTE Mediathek findet man aktuell eine Dokumentation eine persönliche Recherchereise über den Kultstatus von Apple, bzw. Apple-Produkten. Dass von Apple etwas gesellschaftlich Bedeutsames ausgeht, hat vielleicht schon jeder mitbekommen. Was genau das ist, kann aber kaum jemand treffend in Worte fassen. “Das Coolness-Diktat” versucht genau das und meiner Meinung nach ist das auch recht gut gelungen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das bei mir nicht gerade deshalb funktioniert, weil ich dazu noch weitere Quellen vorhalten kann, die für mich in dem Themenbereich eine Rolle spielen.

Das Coolness-Diktat ist eben keine Dokumentation, sondern eher eine Sichtweise aus einer sehr persönlichen und mit Sicherheit stark abgegrenzten Erfahrungswelt. Kritisch hinterfragt wird Apple hier nicht. Meiner Meinung nach ist das aber kein Fehler im Plott, sondern ein bewußtes enigesetztes Stilmittel. Ob das letztenendes gesellschaftlich gesehen hilfreich ist, weiß ich nicht. Die Frage, warum Apple Kult ist, wird jedenfalls durch den Film allein nicht geklärt, viel eher ist es eine Vertiefung auf die Erkenntnis des Autors, die da heißt “Ja, das ist wohl so.”.

Das Coolness-Diktat (Screeshot aus der ARTE-Mediathek)

Um der Frage doch noch etwas weiter auf den Grund zu gehen, möchte ich den Film “Das Netz” von Lutz Dammbeck empfehlen. Lutz Dammbeck, der nebenbei gesagt heute an der Hochschule für bildende Künste in Dresden lehrt, geht in der Dokumentation noch viel sehr viel deutlicher auf das Zusammenspiel von Kunst, Gesellschaft und der technischen Entwicklung ein.

Das Netz ist ein Buch und Dokumentarfilm von Lutz Dammbeck über Entstehung des Internets und möglicher Parallelen aus den Bereichen Kunst und Lebenskultur. Der Film zeigt und interviewt Personen, die an der Entwicklung der Technologien des Internets oder deren soziologischen Theorien beteiligt waren.

Als Konterpart wird die Entwicklung des technophoben Protagonisten Theodore Kaczynski, der zahlreiche Anschläge auf technikschaffende Personen als Unabomber ausführte, dargestellt.

Der Film ist in 12 Teilen auf YouTube zu finden und muss gesehen werden, um z.B. in den etwas bemühten Begriff der Gegenkultur im Coolness-Diktat etwas mehr Tiefe zu bekommen.

Ergänzung: Das Netz von Lutz Dammbeck findet man auch in einem Teil, auf Google Video.

Handlungskonzept zur Unterstützung der Kultur- und Kreativwirtschaft Dresden

Für den vergangenen Samstag hatte ich zum Treffpunkt Idee aufgerufen. Zu siebt saßen wir dann tatsächlich zusammen und überlegten gemeinsam, wie man die Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden unterstützen oder fördern könnte. Nachdem ich die Ideen bereits am Mittwoch zu Runden Tisch Kultur- und Kreativwirtschaft Dresden den Anwesenden vorgestellt hatte, möchte ich jetzt hiermit die Ergebnis öffentlich zur Verfügung stellen.

Download: Treffpunkt Idee – Ideen für die KKW Dresden (PDF)

Natürlich ist das nur ein Anfang. Deutlich werden sollte aber, dass es neben den Ideen (hier als PDF herunterladbar), die am Mittwoch zum (erstanlich frontalen) Runden Tisch vorgestellt wurden, auch alternative Konzepte und Ideen gibt, an denen man weiterdenken sollte.

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FAQ: Kultur- und Kreativ Barcamp Dresden

 

Kultur und Kreativ Barcamp Dresden

Gestern habe ich die Idee eines Spontanen Barcamps in Dresden in den Raum geworfen. Es sind ein paar Fragen aufgelaufen, die ich hier beantworten möchte.

Was ist Kultur- und Kreativwirtschaft?

“Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen […]. Der wirtschaftlich verbindende Kern jeder kultur- und kreativwirtschaftlichen Aktivität ist der sogenannte schöpferische Akt […].”

Quelle: Forschungsbericht 577, Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft, BMWi (Hrsg.), 2009

Es existiert eine offizielle Einteilung Es existieren eine offizielle Einteilung in Architekturmarkt, Buchmarkt, Designwirtschaft, Filmwirtschaft, Kunstmarkt, Markt für darstellende Künste, Musikwirtschaft, Pressemarkt, Rundfunkwirtschaft, Software-/Games-Industrie und den Werbemarkt. Mehr offizielle Aussagen zur Frage finden sich unter http://kultur-kreativ-wirtschaft.de.

Meine Auftraggeber erwarten häufig keine kreative Arbeit von mir?

Ob etwas kreativ ist oder nicht, ist und bleibt eine Frage der subjektiven Wahrnehmung. Die Frage zielt natürlich darauf, dass aus Sicht vieler Auftraggeber kreative Lösungen nicht Massenmarkt-kompatibel sind, derzeit zeichnet sich aber auch eine gegenläufige Entwicklung ab. Gemessen an erfolgreich verbreiteten Kampagnen ist Kreativität wieder mehr gefragt. Unterstützt wird diese Entwicklung durch Neuentdeckung der Nische. Gemessen an der Definition solltest du um den schöpferischen Akt nicht herumkommen.

“über die Ökonomisierung von Kunst und Kultur kann man abendfüllende Streitgespräche führen”

Relativ sicher bin ich mir, dass viele Akteure, die Kreativität zu ihrer Passion gemacht haben, Probleme haben sich damit allein über Wasser zu halten. Mehr Ökonomisierung ist auf der einen Seite für viele wünschenswert, z.B. um unabhängiger von HarzIV oder Nebenjobs zu werden. Auf der anderen Seite ist Sättigung bekanntermaßen kein Katalysator für Kreativität und auch Nebenjobs gehören für den einen oder anderen als Pflichtprogramm dazu, um regelmäßig andere Gespräche und Sichtweisen zu erfahren. Empfehlenswert zu dem Thema finde ich die Sendung “Künstler haben keine Hobbies” vom Podcast FrequenzKultur.

Was ist ein Barcamp?

“Ein Barcamp (häufig auch: BarCamp) ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen (z.B. bei gemeinsamen Programmierworkshops).”

Quelle: Wikipedia

“Der Name Barcamp ist wenig zielführend, da ein solches nicht auf Ergebnisse angelegt ist.”

Ich verstehe das Treffen, welches ich hier initiieren möchte, schon noch als ergebnisoffen. Ich kann mir theoretisch auch vorstellen, dass wir in den Diskussionen feststellen, dass es nicht der schnellste Weg ist, von der Stadt etwas zu fordern, da es viel wichtiger ist, dass sich die Creative Class untereinander verständigt, Ideen vorangetrieben und umgesetzt werden und wir uns nicht darin verstricken sollten Forderungen zu formulieren.

Ich habe bewußt den Namen Barcamp gewählt, weil es für einige mittlerweile tatsächlich ein Begriff ist und und weil dies auch ein Zeichen für diejenigen ist, die von Außen auf die Stadt schauen. Ich fände es toll, wenn Spontanität das Programm bestimmt. Ein Barcamp beschreibt sich für mich in den Punkten: bestimmter Ort zu bestimmter Zeit, Offenheit und Spontanität.

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Was kann #Dresden für die Kreativen tun? Gemeinsam Vorschläge ausarbeiten – Wer ist dabei?

Update: Die offizielle Einladung ist jetzt raus.

Seit einer Weile finden auch in Dresden Veranstaltungen zum Thema Kreativwirtschaft statt. Dresden hat sich eine Studie erstellen lassen, einige Akteure der Dresdner Kreativwirtschaft waren auch bei den Workshops, die im Rahmen der Erstellung stattfanden, dabei und seit der Veröffentlichung wird immer wieder darüber diskutiert, welche weiteren Schritte jetzt kommen sollen.

Nächste Woche Mittwoch, am 28.09. läd die Stadt Dresden jetzt in den Kulturpalast. Sie möchte Handlungsvorschläge darlegen und ‘mit uns’ diskutieren, was sie als Reaktion auf die Prognos-Studie erarbeitet hat. Zum Einbringen weiterer Vorschläge wird explizit aufgefordert.

Diese Einladung in doppelter Weise möchte ich gern wahrnehmen und nicht nur am 28.09. dabei sein, sondern gern auch Vorschläge mit einbringen. Allerdings halte ich es für notwendig, dass wir, die Akteure der Kreativwirtschaft in Dresden, uns dazu noch vorher austauschen. Wir alle haben Ideen und Meinungen. Ich für mich kann sagen, dass keine meiner Ideen vollkommen und 50 mal durchdacht ist. Genau das aber strebe ich an und möchte kommenden Samstag, den 24.09. von 10 – 15 Uhr ein Treffen ausrufen, bei dem wir uns über diese Ideen austauschen können.

Barcamp Kreativwirtschaft Dresden

Darum möchte ich mich treffen:

Wenn schon explizit dazu aufgefordert wird, dass Vorschläge eingebracht werden, sollten wir – die Akteure der Kreativwirtschaft Dresden – dieses Angebot auch nutzen.

Was soll passieren:

Jeder der möchte, soll seine Ideen, wie in Dresden Kreativwirtschaft gefördert/ unterstützt werden sollte, vorstellen können. Ich möchte an diesem Tag keine Grundsatzdiskussionen führen, sondern einfach nur Ideen in den Raum stellen, Ideen hören und in einem engen Zeitraum daürber diskutieren.

In welcher Form die Sessions abgehalten werden, soll jedem selbst überlassen sein. Es kann also auch ein Workshop in der Methode des World Cafés oder ein Spiel stattfinden.

Alle Ideen sollen dokumentiert werden und auch im Netz abrufbar sein.

So soll es ablaufen:
- kurze Vorstellungsrunde der Sessions/Workshops/Worldcafe am Tagesanfang
- zwei parallele Sessions/Workshops sollten möglich sein
- pro Session 15min Ideenvorstellung + 15min Diskussion

Diskussion und eure Meinung ist jetzt notwendig!

Bisher ist das Baby, dem ich den Namen Barcamp Kreativwirtschaft Dresden gegeben habe, nur ein Ansatz, eine Idee. Noch ist kein Raum fix und das wollen wir auch erst oder nur ändern, wenn es bis morgen, also Mittwoch Abend, mindestens 10 positive Meldungen gibt.

Melden kann sich jeder, einfach hier über die Kommentarfunktion. Bitte teilt diese Info auf Twitter, Facebook und auch per Mail, damit sich das möglichst schnell rumspricht.

Ach so. Wir, das sind bisher, Steffen Peschel und Sören Rogoll. Diese Auflistung kann natürlich gern wachsen.

Update:

Ich habe ein paar Fragen gesammelt und aus meiner persönlichen Sicht beantwortet.

29.08.11 öffentliche Anhörung Kultur- und Kreativwirtschaft im Sächsischen Landtag

Am heutigen Montag gibt es im Sächsischen Landtag eine öffentliche Anhörung zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Wer sich das noch schnell vornehmen möchte, Beginn ist 10:00 Uhr direkt im Plenarsaal des Landtages.

Die Anfragen dazu kamen von der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Stellungnahmen inklusive der Anfragen sind hier und hier als PDF erhältlich.

Ich werde als Zuhörer vor Ort sein und eventuell im Blog darüber berichten. Im Vorfeld und beim Querlesen der Anfragen und Stellungnahmen, ist mir aber eines schon mal aufgefallen. Es fehlt an Bildung. Continue reading

Kultur & Tourismus in Sachsen

Das ging jetzt aber fix. Vor ein paar Tagen erst hatte ich es getwittert.

Die sächsische Regierung will im Oktober eine neue Tourismusstrategie beschließen. Das teilte Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Fiedler am Montagabend vor Journalisten in Dresden mit. Danach will der Freistaat seine Förderung davon abhängig machen, ob Regionen und Städte “wettbewerbsfähige Destinationen” bilden.

Sachsen schraubt an der Tourismusstrategie ~ Regionen und Städte sollen "wettbewerbsfähige Destinationen" bilden http://t.co/RJhMYdd
@Steffenster
Steffen Peschel

Destinationen musste ich übrigens auch erst auf Wikipedia nachschauen.

Mit Destination bezeichnet man im Tourismus einen geografischen Raum oder Ort, der als ein Reiseziel begriffen wird.

Dass es diese Regionen bereits gibt, steht außer Frage. Neben den drei kulturellen Zentren Dresden, Leipzig und Chemnitz ist ganz Sachsen eingeteilt in “Sächsisches Burgen- und Heideland”, “Sächsisches Elbland”, “Oberlausitz”, “Sächsische Schweiz”, “Erzgebirge” und “Voigtland”.

Es geht also weniger darum, diese Destinationen zu bilden, sondern eher um die Wettbewerbsfähigkeit und diese zu stärken. Womit wir wieder einmal beim Thema Kooperationen und Netzwerke sind. Der Landestourismusverband Sachsen e.V. faßt es noch etwas deutlicher in Worte.

Fit für den Wettbewerb – Zukunft Destination

Jeder kocht sein Tourismus-Süppchen allein? Nicht im LTV Sachsen! Wer auf Tourismus setzen sowie Arbeit und Beschäftigung sichern will, muss zwangsläufig kooperieren. Schließlich ist jeder am touristischen Produkt Beteiligte auf Grund von Leistungsketten, die der Gast „durchläuft“, auf andere Partner angewiesen. […]

Mit “Das ging jetzt aber fix.” meinte ich übrigens, dass am Montag Abend bekannt gegeben wurde, man möchte “im Oktober eine neue Tourismusstrategie beschließen” und man bereits am Mittwoch vom Tourismusverband Erzgebirge ein neues Erscheinungsbild präsentiert bekommt. Interessant ist dabei nicht nur das sehr moderne Logo, sondern auch der Satz: “Das Logo und der Slogan „Erlebnisheimat Erzgebirge“ sind Teil eines Projektes zur Destinationsentwicklung.” (Quelle) Continue reading