Crowdfunding ist ein Werkzeug mit dem wir Miteinander vollkommen neu erfinden können.

von Steffen Peschel am

Screenshot Startnext.de

Auf Startnext kann man neuerdings in seinem Profil ein Statement über Crowdfunding abgeben, welches im Wechsel mit anderen Statements anderer User direkt auf der Startseite eingeblendet wird. Für mein Statement musste ich nicht lange überlegen.

Crowdfunding ist für mich nicht nur alternatives Finanzierungsmodell, sondern (auch) ein Werkzeug mit dem wir Miteinander vollkommen neu erfinden können.

Am Beispiel von Kulturprojekten kann man das vielleicht noch am besten nachvollziehen. In Deutschland wird der Erhalt und die Förderung von Kultur als Staatsaufgabe verstanden. In Sachsen wird das mit dem Sächsischen Kulturraumgesetz quasi noch mal doppelt unterstrichen.

So schön und wichtig das ist, es hat auch einen Beigeschmack. Wie in allen Fällen, wo Geld verteilt wird, sind Probleme quasi vorprogrammiert. Ich mag Floskeln ja überhaupt nicht leiden, aber bei der Frage wie man Geld verteilt, kann man nur sagen: “Man kann es nicht allen Recht machen.”. Es ist förmlich ein unlösbares Problem. Macht man es so, dass das Prozedere möglichst niedrigschwellig verständlich und damit nachvollziehbar ist, wird man schnell der Komplexität der Bedarfe nicht gerecht. Allerdings, je komplexer das Prozedere ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keiner mehr versteht, auf welcher Basis die Entscheidungen getroffen werden. Die Aufgabe in der Praxis ist dann meist, beides in Waage zu halten. Komplex genug, um der Aufgabe gerecht zu werden und doch noch einfach genug, damit es überhaupt eine Chance gibt dabei durchzublicken.

Das Prozedere und die dahinter liegenden Kriterien erlangen in der Regel nicht dadurch die größtmögliche Form der Gerechtigkeit, weil sie es allen recht machen würden, sondern erst über die Möglichkeiten der Mitbestimmung bei der Entwicklung und Ausformulierung und vor allem dann über eine demokratische Abstimmung. Gerecht auf der Basis von “Man kann es nicht allen recht machen.” bedeutet aber auch, dass Unzufriedenheiten, Neider und Lobbyismus provoziert werden.

Nun will ich nicht behaupten, dass Crowdfunding um 180° besser wäre, nein auch hier gibt es Herausforderungen und Abhängigkeiten. Das Wissen über Zusammenhänge und Strategien zu erlangen ist das eine und die Überzeugungskraft und die Reputation, die ich ganz konzentriert als Person aufbringen muss ist gleich das zweite. Ein wesentlicher Unterschied liegt aber der in dem Verhältnis zwischen den Geldgebern und denen, die über die Verteilung dieses Geldes entscheiden. Beim Crowdfunding entscheidet nämlich jeder selbst.

Wichtig ist jetzt, dass diese Entscheidungen nicht nur als persönliche Beziehungen wirken, sondern auch immer einen politischen Kontext haben. Wenn wir uns kurz von der Kultur als Beispiel wegbewegen, wird das deutlich. Tatsächlich ist es ja so, dass wir über unseren Konsum erheblich über die Beschaffen- und Gegebenheiten in der Welt mitbestimmen. Bei Nahrungsmitteln haben wir ja durchaus schon die Wahl, z.B. ob wir uns für den fair gehandelten Kaffee entscheiden, bei dem die Erzeuger angemessen entlohnt werden oder nicht. Vom Toilettenpapier über den Stromanbieter bis hin zur Frage, ob ich selbst im Inland auf das Fliegen verzichte, tagtäglich entscheiden und bestimmen wir mit.

Die Herausforderung liegt allerdings darin, überhaupt erst einmal das bessere Produkt zu finden. Die großen Konzerne ruhen sich bisher noch darauf aus, dass sie sagen, der Kunde schaue am Ende doch nur auf das Geld. Ähnlich ist es auch bei den Medien. Die breite Masse wolle es ja so, wie Bildzeitung es mache. Ich denke da anders. Die Grundlage nämlich, auf welcher derartige Vorstellungen formuliert werden, ist die Verstellung, man könne Gesellschaften mit homogenen Kulturbeschreibungen darstellen. Das Individuum aber, der einzelne Mensch, wird immer sichtbarer. Medienkonsum z.B. ist heute schon geprägt von individuellen Interessen. Crowdfunding ist in dieser Linie nur der nächste Schritt. Wir entscheiden nicht mehr nur über unseren Konsum, sondern bestimmen schon auf der Basis einer Ideen, noch bevor man uns überhaupt ein Angebot machen kann! Die Antworten auf die Fragen “In welcher Welt wollen wir leben?” sind nicht mehr nur theoretisch, sondern können (im Kleinen) auch mal ganz schnell Realität werden.

Sollten wir daher die Finanzierung der Kultur komplett umbauen? Nein. Wie ich auch schon anderer Stelle hier im Blog geschrieben habe, ist Crowdfunding meiner Meinung nach in erster Linie für die Finanzierung von Projekten anwendbar. Gerade in der Kultur gibt es eine ganze Menge von “Hüllen” und Infrastruktur, die man braucht, um weitere Kunst und Kultur zu ermöglichen. Um z.B. Theaterhäuser und Opern zu finanzieren, halte ich eine Finanzierung über die Steuer immer noch als das beste Mittel. Auch für den Bereich der kulturellen Bildung möchte ich nicht auf den Staat verzichten, wenngleich mir dafür auch viel einfällt, was man gerade auch über Crowdfunding möglich machen könnte. Für die Kultur haben beide Modelle Relevanz. Prüfen müssen wir jetzt, ob tatsächlich einzelne oder sogar ein großer Teil von Kulturprojekten bei der Finanzierung über Crowdfunding besser aufgehoben sind und/oder welche Mischformen sinnvoll sind.

Wo also fangen wir an? Bei kleinen Projekten: Das Jugend Jazzorchester Sachsen (kurz: JJO), welches in Trägerschaft des Sächsischen Musikrates geführt wird, sucht aktuell für eine Tour durch mehrere Bundesländer Unterstützung. Da jetzt nur noch drei Tage übrig sind, um die insgesamt 1.000 Euro zu erreichen, hat Ulrike Kirchberg, beim Sächsischen Musikrat verantwortlich für das JJO, mich um Unterstützung gebeten. Das Projekt ist meines Wissens nach mindestens in Sachsen das erste, welches aus der klassischen Kulturebene heraus sich mit Crowdfunding versucht. Ein besonders schönes Zeichen wäre es, wenn dieses Pilotprojekt nicht nur erfolgreich über Crowdfunding finanziert werden würde, sondern auch noch darüber hinaus! Macht mit! Unterstützt dieses Projekt, um ein klares Zeichen zu setzen, nicht zuletzt mit der Chance, Miteinander vollkommen neu zu erfinden.

Hier geht es zum Jugend Jazzorchester auf Startnext

Bild oben: Screenshot von der Startnext Startseite

flattr this!

Der Autor: Steffen Peschel

Ich beschäftige mich in erster Linie mit Fragen rund um Kunst, Kultur und Social Media. Wer mehr über mich erfahren will, findet das auf steffenpeschel.de, Facebook, Twitter oder Google+.

12 Reaktionen auf den Beitrag

  1. Ich kann mir schon vorstellen, dass wir als Gesellschaft eine neue Form des Miteinanders entwickeln, aber über das Crowdfunding geschieht das wohl eher nicht. Vor allem hat Crowdfunding recht wenig mit Demokratie zu tun. Du sprichst im dritten Absatz von einer “demokratischen Abstimmung”. Ist eine Abstimmung nicht einfach nur eine Abstimmung und was unterscheidet eine demokratische Abstimmung von einer Abstimmung, die nicht demokratisch abläuft? Du selbst hast vor längerer Zeit mal in einem Kommentar auf meinem Blog geschrieben, dass Crowdfunding nie die Kulturförderung ersetzen kann, weil beim Crowdfunding das Individuum ganz individuell entscheidet, welches Vorhaben es unterstützen möchte. Die gesellschaftliche Ebene, um die es der der Kulturpolitik theoretisch geht, ist damit raus aus dem Spiel, sie kommt einfach nicht vor. Und weil diese gesellschaftliche Ebene fehlt, kann das Crowdfunding meiner Ansicht nach keine neue Form des Miteinanders schaffen.

    • Eine Abstimmung, wo nicht alle zugelassen werden, ist z.B. keine demokratische Abstimmung.
      Und habe ich wirklich “nie” geschrieben? Mal abgesehen vom Zusammenhang hier, versuche ich Absolutismen eigentlich zu vermeiden.
      Was die gesellschaftliche Ebene und Crowdfunding angeht, habe ich ja versucht zu erklären, wie z.B. jede Konsumentscheidung Auswirkungen auf diese hat. Eine gesellschaftliche Ebene nicht auch bei sich selbst, beim einzelnen Individuum, zu sehen, ist wie immer nur mit dem Finger auf andere zeigen, wenn was falsch läuft.

  2. Dann ist Crowdfunding nicht demokratisch, denn es gibt genügend Kriterien, die Menschen davon ausschließen. Zum Beispiel all diejenigen, die nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um Kunst auf diese Weise unterstützen zu können.

    Ob Du “nie” oder “nicht” geschrieben hast, müsste ich nachschauen. Um die Absolutheit der Behauptung geht es mir aber gar nicht, sondern eher um die Tatsache, dass hier Individuen für sich Entscheidungen treffen, auch deshalb, weil sie selbst in den Genuss der Gegenleistung kommen. Kulturpolitik hat eigentlich dafür zu sorgen, dass auch die Kunst finanziert wird, die nur über Umwege zu uns kommt. Beispiel Kompositionen: dafür braucht es erst einmal den entsprechenden Klangkörper, damit wir das Stück dann hören können.

    Deinen letzten Absatz verstehe ich nicht ganz. Wenn ich beim Crowdfunding ein Vorhaben unterstütze, dann geht es mir vielleicht nur darum, am Ende die CD zu bekommen. In einem solchen Fall ist mir die Gesellschaft egal. Wer zeigt da jetzt auf wen mit dem Finger? Und warum läuft da was falsch?

    • Das driftet jetzt etwas ab. Ich hatte geschrieben, dass Kulturförderung deshalb gerecht wird, weil über die Kriterien und das Prozedere demokratisch abgestimmt wird. Die Abstimmung wird notwendig oder anders gesagt ist ein Mittel, um Entscheidungen zu legitimieren. Crowdfunding braucht keine solche Abstimmung auf der Eben, da jeder nur über sein eigenes Geld entscheidet. Deine Argumentation, Crowdfunding wäre nicht demokratisch, weil es Menschen ausschließt, die nicht genügend Geld haben, könnte man mit der Aussage begegnen, das Grundproblem liege eher darin, dass nicht alle Menschen genügend Geld zur Verfügung gestellt bekommen und nicht daran, dass Crowdfunding mit einem eingeführtem und anerkanntem Tauschmedium für die Entscheidungsfindung arbeitet.

      Dass ich Kultur nicht komplett über Crowdfunding finanzieren möchte, habe ich geschrieben.

      Kaffee kaufe ich auch nur, weil ich Kaffee trinken will. Ich kaufe aber lieber fair gehandelten Kaffee, auch wenn der teurer ist.

      Du hattest geschrieben:
      Die gesellschaftliche Ebene, um die es der der Kulturpolitik theoretisch geht, ist damit raus aus dem Spiel, sie kommt einfach nicht vor. Und weil diese gesellschaftliche Ebene fehlt, kann das Crowdfunding meiner Ansicht nach keine neue Form des Miteinanders schaffen.

      Ich antwortete:
      Eine gesellschaftliche Ebene nicht auch bei sich selbst, beim einzelnen Individuum, zu sehen, ist wie immer nur mit dem Finger auf andere zeigen, wenn was falsch läuft.

      Gesellschaft ist eine Ansammlung von Menschen. Warum sollte der einzelne Mensch mit einer einzelnen Entscheidung plötzlich “raus sein” aus einer gesellschaftlichen Ebene? Natürlich “konsumiere” ich Kultur nicht mit dem ständigen Hintergedanken damit Künstler/innen gleichzeitig ihren Lebensunterhalt zu sichern, das wäre ja anstrengend. Es hält mich aber auch niemand davon ab, dies trotzdem ab zu mal zu machen.

  3. Zurück zum Ausgangspunkt: warum ist Crowdfunding und damit die finanzielle Unterstützung von künstlerischen Projekten demokratisch? Und ist es dann auch ein demokratischer Akt, wenn ein Startup durch Crowdfunding seine Anschubfinanzierung erhält? Wenn die Finanzierung eines Startups kein demokratischer Akt ist, wo ist dann die Grenze, an der das Crowdfunding nicht mehr demokratisch ist?

    Meiner Meinung nach ist der Begriff in diesem Zusammenhang falsch gewählt, Crowdfunding ist genauso wenig demokratisch oder undemokratisch wie das Web selbst auch. Ich kann mit der Kategorie demokratisch in diesem Kontext einfach nichts anfangen und halte es sogar für gefährlich, wenn jemand meint, das Social Web oder Crowdfunding wären demokratisch.

    • Lies noch mal bitte. Den Fokus auf “demokratisch” hast du reingebracht. Ich habe das Wort nur einmal benutzt und wollte dabei keinen jetzt wichtigen Zusammenhang zu meiner Aussage herstellen. In meinem Artikel ist das Wort sogar entbehrlich. Falls du das mit dem Miteinander in Beziehung setzt, nein das meinte ich so nicht. Mir wäre ein besseres Miteinander z.B. von E- und U-Musik ganz sympathisch. Das ist ja im Kontext der Kulturförderung nicht ganz unwesentlich. Auch ein besseres Miteinander der Bürger einer Stadt mit den Künstlern, die eine solche Stadt meiner Meinung nach wesentlich lebenswerter machen, fände ich nicht schlecht.

  4. weil beim crowdfunding das ‘volk’ über die vergabe seines eigenen geldes selbst ‘herrscht’ – und damit über die realisierung von projekten, statt wie üblich von regierungen oder vom kapital eingesetzte gremien, trifft der begriff demoktratie hier sehr gut zu.

    der gipfel der demoktratie wäre, wenn der gesammte haushalt eines staates nur über cf bestritten würde. die aussage, es sei für irgend etwas ‘kein geld da’, würde sich erst dann mit dem willen der mehrheit decken.
    cf ist wie freie wahlen ein werkzeug, und als solches natürlich nicht pauschal demoktratisch. es ist einfach eine möglichkeit, ein wichtiger bestandteil von demokratie.

    daher stehe ich voll hinter deiner aussage mit dem ‘Miteinander neu erfinden können’. :)

  5. @Steffen: ich habe mich auf Deine Behauptung, mit Crowdfunding ließe sich ein neues Miteinander erfinden, bezogen. Und nachdem Du dann auch noch den demokratischen Aspekt reingebracht hast, musste ich davon ausgehen, dass Du von der gesellschaftlichen Ebene sprichst. Gut, wenn es Dir nur darum geht, dass manche mehr miteinander reden, dann kann ich das nachvollziehen.

    @Daniel: gut, so gesehen ist alles irgendwie demokratisch, auch Dein Handy, über das Du als einzelne Person Deine Meinung kundtun kannst. Ein wirklich demokratisches Instrument wäre es nur dann, wenn alle jederzeit die gleiche Summe Geld zur Verfügung haben und damit quasi abstimmen. Derzeit ist Crowdfunding eher ein Prinzip, bei dem nur mitmachen kann, wer über entsprechendes Kapital verfügt. Das ist genauso demokratisch wie die Deutsche Bank, bei der Du theoretisch auch mitbestimmen kannst, wenn Du eine finanzielle Leistung erbringst. Aber okay, dann sind wir halt einfach unterschiedlicher Meinung, soll sein…

    • @Christian: Kannst du mir bitte noch mal herausstellen, wo ich den demokratischen Aspekt reingebracht habe? Ich will mich hier echt nicht verrennen, aber schon wenn ich hier über Str+F nach “demokrat” suche, sind es irgendwie nicht halb so viel Treffer bei mir im Vergleich zu denen bei dir.

      Und: Miteinander reden (stellvertretend für viele weitere Kommunikationsformen) IST eine gesellschaftliche Ebene. Wenn nicht sogar DIE gesellschaftliche Ebene schlechthin. Meine Meinung. Aber irgendwie auch die vieler anderer, wenn sie sagen, dass das, was in den Social Media passiert einen Teil unserer Gesellschaft widerspiegelt und wir uns nicht in irgendeinem abgeschirmten virtuellen Raum befinden. Und ich möchte an dieser Stelle auf meinen Blogpost zum Thema Storytelling verweisen, in dem ich versucht habe darzulegen, “dass erst durch das Geschichten erzählen Kultur entstehen kann und auch erst dadurch eine Gesellschaft erkennbar wird.” – Storytelling, die verbindende Kraft – vom Literaturwissenschaftler Carsten Gansel gibt es außerdem noch eine Darlegung, in der er Storytelling als evolutionären Vorteil beschreibt, was sich in meinen Augen sehr ähnlich zu meinen Ausführungen liest. Ich will mich einfach ungern auf dieses Wort Demokratie beziehen, weil es in meinen Kopf viel nebulöser erscheint als mittlerweile das Wort Kultur.

  6. Mmmhhh, Du sprichst von einem Werkzeug, mit dem wir unser Miteinander vollkommen neu erfinden können, Du sprichst davon, dass es bei der Verteilung von Fördermitteln für die Kunst nicht gerecht zugehen kann und Du verwendest den Begriff “demokratische Abstimmung”.

    Jetzt versteh ich nicht mehr wirklich, worum es Dir eigentlich geht, wenn Du als Statement zu Crowdfunding schreibst: “Crowdfunding ist für mich nicht nur alternatives Finanzierungsmodell, sondern (auch) ein Werkzeug mit dem wir Miteinander vollkommen neu erfinden können.”

    Von welchem Miteinander sprichst Du, wenn es doch immer die Entscheidung des Individuums ist, welches Projekt unterstützt wird?

    • Du legst mir schon wieder falsche Worte in den Mund. Ich habe nicht geschrieben, dass die Verteilung von Fördermitteln für Kunst nicht gerecht zugehen kann. Genau genommen habe ich das Gegenteil geschrieben. Über Mitbe- und Abstimmung bei der Entwicklung und Ausformulierung über das Prozedere und die dahinter liegenden Kriterien wird die größtmögliche Form von Gerechtigkeit. Mich erstaunt etwas dein Ehrgeiz.

      Das eine hat mit dem anderen zu tun, weil es den Mensch gibt, der über die Verteilung befindet, sich seine eigene, ganz persönliche Meinung bildet, die ihn vielleicht auch daran hindert mit anderen normal umzugehen. Wenn ich etwas gegen die praktizierte Form der öffentlichen Kulturförderung geschrieben habe, dann das, dass sie Miteinander vom Konzept her nicht unterstützt und durchaus auch dagegen wirkt. Die Praxis zeigt das, vor allem dann, wenn irgendein Minister oder eine Ministerin plötzlich der Meinung ist die Prioritäten verschieben und Stellen kürzen zu müssen. Da entstehen plötzlich unendliche Vorbehalte und zwar nicht nur gegenüber “Mitbewerbern” um die verbliebenen Fördermittel, sondern auch innerhalb eines Teams. Das habe ich selbst erlebt, wenn dann plötzlich die geschäftsführende Kraft dem Vereinsvorstand gegenüber eine Aussage darüber treffen muss, wer denn am ehesten “entbehrlich” sei!

      Das neue Miteinander sehe ich beim Crowdfunding deshalb, weil es vom Konzept her vielleicht nicht alles besser macht, aber von Grund her besser funktioniert, wenn man miteinander arbeitet. Beim Crowdfunding muss man miteinander denken. Auf beiden Seiten (Starter + Supporter) habe ich dabei schlicht und ergreifend die Chance in einem “Aufeinander zugehen” der erste zu sein. Das Risiko, welches ich dabei eingehe ist möglicherweise nur finanziell und nur sehr gering auf Unterstützerseite. Auf Starterseite ist es etwas höher, weil man ungern öffentlich macht, dass zu wenige an mich und meine Ideen glauben. Die Chancen wiegen aber ungleich schwerer, wenn man weiß wie mans macht!

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