Ideen zusammentragen: Kreativstammtisch Dresden
von Steffen Peschel amInspririert von der Leipziger Kreativszene habe ich Samstag Abend über Twitter gefragt, wer, wie ich ebenfalls, Interesse an einem Kreativstammtisch in Dresden hat. Es kamen auch promt Reaktionen. Um das Interesse einzusammeln, habe ich via Google Docs ein Webformular eingerichtet und gefragt wo und wann das stattfinden kann.
Terminfindung: Kreativstammtisch Dresden
Termin und Ort vorschlagen: Jeder der Lust hat, an einem offenen und lockeren Kreativstammtisch Dresden teilzunehmen, kann hier eintragen wann und wo es ihm am besten passt. Was man von einem Kreativstammtisch hat, muss wahrscheinlich jeder für sich definieren. Mein Interesse ist es, weitere Kreative aus DD kennen zu lernen. Anmerkungen, Tipps und Hinweise nehme ich gern entgegen. (http://twitter.com/steffenster)
Bis jetzt sind 12 ernst zu nehmende Antworten zusammen gekommen, schon mal nicht schlecht, wie ich finde.

Berechtigte Frage: Was ist ein Kreativstammtisch und wer kommt da hin?
Ich selbst möchte bei einem Kreativstammtisch andere Kreative kennen lernen. Wenn man sich trifft, in lockerer Atmosphäre, müßte das doch von allein gehen. Wirklich?
OK, die Voraussetzungen sind schon mal besser, aber von allein passiert da natürlich nichts. Mit anderen ins Gespräch zu kommen, ist manchmal leichter, manchmal will es aber auch gar nicht gelingen. Nichts wäre also besser, als ein zusätzlicher Grund, um nicht so sehr mit der Tür* ins Haus fallen zu müssen.
* “Und was machst du eigentlich s0?”
Wir müssen also überlegen wie ein solcher Grund gestaltet sein muss, um uns einfacher kennen zu lernen. Gemeinsam Bier trinken ist es jedenfalls nicht. Einfach undsonstso kopieren, will ich auch nicht.
Ich habe eine ungefähre Idee, bei der ein Kreativstammtisch vordergründig als Gedankenaustausch zwischen gemeinnützigen Organisationen und allen Teilnehmern eines Kreativstammtisches steht und das Kennenlernen als Nebeneffekt abfällt. In Dresden gibt es eine Vielzahl an Organisationen und Initiativen, sei es z.B. ein Umsonst und Draussen Festival oder eine KinderTraumZauberStadt. Die wenigsten können sich wahrscheinlich ausmalen was und wie viel in diesen Spektren tatsächlich passiert.
Ich stelle mir das so vor. Die Projekte werden an einer größeren Runde kurz vorgestellt. Flyer und vielleicht auch Fotos gehen über den Tisch und der Präsentator hat die Aufgabe zu erzählen, welche Erfahrungen über bisherige Vorgängerprojekte oder anderweitig gesammlt wurde. Darauf hin können Nachfragen gestellt werden und der Präsentator kann ein vielleicht einmaliges Feedback einsammeln. Vielleicht entsteht in der Runde auch gleich eine neue Idee, die man anknüpfen kann. Wichtig ist, dass die Runden nicht zu groß sind. Der Präsentator sollte keinen Vortrag halten, sondern einfach erzählen, wie am Stammtisch.
Was haltet ihr davon oder welche weitere Ideen gibt es, wie ein solcher Kreativstammtisch gestaltet sein könnte?


wie wäre es, wenn gänzlich auf den “Präsentator” verzichtet wird und jede Stammtischrunde mit einem kurzen “Agenda-Setting” eröffnet wird?
Die Anwesenden, die ein Thema im Gepäck haben, geben dass bekannt & und dann zeigt sich, wie die Interessenlage der Runde ist. Ggf. bilden sich Gesprächsgruppen, die ein Thema beackern. Zum Schluß können die Ergebnisse/Fazits der Runden gegenseitig vorgestellt werden.
Ich nehme regelmäßig an einem solchen Format teil und empfinde es als sehr produktiv, da a) wirklich miteinander geredet wird und b) über Themen, die tatsächlich interessieren (& c) machen mangelnde Präsentationsfähigkeiten ein eigentlich spannendes Thema nicht kaputt ;o))
Hatte ich auch schon überlegt. Ich hatte mich dann aber gefragt, was jemanden dazu bringt sich tatsächlich zu beteiligen und da kam ich darauf, jemanden dabei zu haben mit dem sowieso gern teilt. Ich frage mich da aber auch ob ich da nicht zu sehr durch meine Brille schaue.
Vielleicht sollte man beides generell in den Raum stellen und das nehmen was kommt. Wie entsteht denn das Agenda-Setting?
Ich würde meinen: Wer zum Stammtisch vorbei kommt, ist grundsätzlich auch bereit, sich zu beteiligen. Man muss ja damit rechnen, angesprochen zu werden … und nur wenn man sich beteiligt, bringt einen das weiter.
Das “Agenda-Setting” ist im Prinzip die Vorstellungsrunde: ein paar kurze Worte zur Person, zum Hintergrund, zum aktuellen Projekt oder Beweggrund an diesem Abend da zu sein. Meist entstehen daraus schon – durch Rückfragen oder Anknüpfungen – die Themen und Gruppen. easy going sozusagen. Falls gemeinschaftlich Themen besprochen werden sollen, können diese im Anschluß an die Vorstellung vorgestellt werden. Letztlich sollte aber immer das Interesse der Anwesenden über die Themen des Abends entscheiden.
Alternative zu reinen Projektvorstellungen:
Jeder Teilnehmer kann eine offene Frage/Ideensuche vorbringen, für die er
konkrete zusätzliche Anregungen sucht. Die Teilnehmer wählen die zwei Interessantesten
davon aus. Im Laufe des Abends kann jeder durch Anmerkungen oder Skizzen etwas
dazu ergänzen. Schwerpunkt wären dabei nicht die sowieso anfallenden Umfeld-Tipps,
sondern die gemeinsam gefundenen neuen Ansätze zu konkreten anspruchsvollen
Fragen (Das wird nicht zu einem Wettbewerb um Billigkreativität ausarten, denn
es besteht kein Anspruch auf die gemeinschaftliche Wahl des favorisierten Themas
und die Tiefe der Anregungen wird nicht die Leistungsfähigkeit eines mehrphasigen
Volltagskreativen erreichen – andernfalls könnte das aber die Beliebtheit der
Abende weiter steigern). Es wäre jedoch erfrischend die gemeinschaftlich
Inspirationskraft jedesmal mitzuerleben und dem Anspruch “Kreativität”
damit gerecht zu bleiben.
Bei den Vorstellungsrunden merkt man sich immer nur einen Teil der
Namen und Themenbezüge. Deshalb sollte an den Abenden jeder Teilnehmer
eine Visitenkarte oder beschriftete Karteikarte an eine Pinnwand heften.
Zusätzlich wäre es hilfreich wenn auf einer gemeinschaftlichen Webseite
auch ein nach der Veranstaltung verbleibendes Kurz-Profil mit
Kontaktmöglichkeit vorhanden wäre. (Notfalls genügt auch ein Blog
mit Kommentarmöglichkeit). Damit könnten auch Anregungen
oder Kooperationsvorschläge nachgereicht werden (z.B. für Brainwriter).
Als beständiges Element eines Kreativstammtisches käme das
Vorstellen oder Mitbringen von Gegenständen / Bildern /
Textsammlungen / Pools infrage, die derjenige problemübergreifend
als besonders inspirierend empfindet (Freiwillig, Eventuelle Eigenwerbung
wäre natürlich zu deckeln).
Ich wäre vorsichtig mit so Sachen wie “Anspruch Kreativität”. Ich würde auch vorschlagen, das so wenig wie möglich zu Institutionalisieren. Es muss Spaß machen. Man muss “etwas Mitnehmen können” und die Runden sollten klein und persönlich sein. Kreativität ist keine Aufgabe (zumindest nicht nach Feierabend), Kreativität entsteht, wenn das Klima stimmt. Was ich erreichen will, ist Austausch untereinander und nicht über eine dritte Ebene. Von Mensch zu Mensch. Das wäre dann zumindest für mich ein guter Grund da hin zu kommen.
Hi Steffen, schöne Idee! hast Du Dich schon mit denen in Verbindung gesetzt, die die Leipziger Plattform eh nach Dresden übertragen wollen?
Hab ich noch nicht von gehört. Wer sind diejenigen?
Die Idee ist sehr gut,
ich hatte bereits mal etwas ähnliches gestartet. Wir haben uns damals ca. einmal im Monat in einer Bar/Gaststätte zum kreativen Austausch getroffen. Allerdings stellte sich heraus, dass die meisten nur da waren um Bier zu trinken und mal Dampf über ihre Arbeit abzulassen.
Ich kann also schonmal sagen, dass eine Kneipe zwar am unkompliziertesten ist, aber auch am ungünstigsten für den Gedankenaustausch und nur weil die Leute kommen, heißt das noch nicht zwingend, dass sie sich wirklich einbringen wollen.
Aus rund 20 Leuten sind bei uns zum Schluss nur 5 übrig geblieben, die wirklich etwas erreichen wollten.
Ich bin sehr gespannt, wie du das auf die Beine stellst.
Falls du Hilfe brauchst, gib einfach Bescheid.
VG
Robert
Robert, vielen Dank für das Angebot.
Ich melde mich auf alle Fälle!
Zwar denke ich persönlich lieber über eine konkrete Zielstellung nach weil ich ein schlechter Ad-Hoc-Redner bin, aber man kann den Kreativstammtisch ja durchaus als offenes Treffen starten und die Teilnehmer entscheiden lassen wie sie aufeinander zugehen und wohin sie tendieren.
Gibt es für das erste oder zweite Mal schon nutzbare Räume (Du hast den Überblick) ? Welcher Art von Unterstützung könntest Du brauchen die über Raumorganisation und ggf. technische Ausstattung hinaus geht ?
Es gibt derzeit zwei Raumangebote, an denen ich aber leider noch nicht nachhaken könnte. Die Zeit fehlte. Parallel hatte ich versucht noch mehr Feedback einzusammeln. Wie Sebastian bereits geschrieben hatte, gibt es Bestrebungen, die Leipziger Plattform (Kreatives Leipzig) nach Dresden zu übertragen. Ich würde vorschlagen, wir machen einfach mal einen ersten Kreativstammtisch. Bezüglich Ort werde ich nachhaken, ein konkreter Termin wird dann über Doodle gefunden und inhaltlich schlage ich vor, dass zum einen die zwei, die das Leipziger Modell nach DD übertragen wollen, ihre Ideen vorstellen und zum anderen ich das stARTcamp Dresden vorstelle. Helfen kann jeder indem er davon spricht/twittert und einfach Ideen allen zugänglich macht.
Falls ihr noch Input braucht, was unsere Aktivitäten hier in LE betrifft – einfach Bescheid geben!
Pingback:Ein stARTcamp in Dresden mit der Einladung zum Mitmachen | Kultur 2 Punkt 0
Der erste Kreativstammtisch Dresden wird am 16.12. stattfinden. Wenn die Location feststeht, geb ich hier im Blog noch mal einen Hinweis.